Blogtour

[Blogtour] Exklusiv-Interview mit E.F. v. Hainwald zum Buch “Emotiondancer”

 

Liebe Zuschauer,

herzlich Willkommen beim Interview über den offiziellen Kanal von SER. Wir haben das Glück, den großen Künstler E. F. v. Hainwald zu treffen. Er ist bereits vor Ort und erwartet uns. Los geht’s:

Hallo Enrico,

es freut mich, dass du uns ein wenig deiner kostbaren Zeit schenkst. Bevor wir zu deinem brandneuen Werk “Emotiondancer” kommen, möchten wir erst etwas über deine Person erfahren.

Vielleicht magst du dich einmal kurz vorstellen für die, die dich nicht kennen.

 

Oh, jemand der mich nicht kennt, kann noch nichts über meine Unzulänglichkeiten wissen! Großartig!

Ich komme aus einem verschlafenen Dörfchen mit so allem, was man klischeemäßig damit verbindet: Nix los, meckernde Omas und absolutes Idyll. Als Kind hatte man also Abenteuer lediglich in seinem Kopf – daher kommt vielleicht meine Kreativität. Später bin ich dann nach Dresden gezogen. Die Großstadt hat mich gerufen!
Ich wollte immer Programmierer oder Banker werden – vielleicht auch was mit Wissenschaft. Das war mein Steckenpferd und in den entsprechenden Schulfächern war ich echt gut. Doch stattdessen wurde es dann visuelles Design, ein kreativer Beruf. Bin verdammt froh, dass ich das gemacht habe! Meine Familie fand das erst nicht so toll, aber mittlerweile unterstützen sie mich, egal was ich mir an neuen Schnapsideen vornehme.

 

Wenn du dich mit fünf Worten beschreiben müsstest, welche wären das?

Du willst, dass sich ein Autor kurzfasst? Dabei sagen Leser doch immer, dass sie gern noch 200 Seiten mehr hätten!
Moment, das waren schon mehr als fünf – nochmal zurückspulen bitte.
Freidenker, offenherzig, neugierig, Allrounder, unbequem.

 

Liest du selbst gern? Wenn ja, was?

Na klar! Die Mischung ist vielleicht etwas seltsam. Das wären einerseits Fantasy & Science Fiction und andererseits Sachbücher über z.B. Plasmaphysik.

 

Wenn du könntest – in welchem Buch würdest du gern mal einen Tag verbringen und warum?

Hmmmh, derzeit wohl in dem Setting der Reihe um Peter Grant von Ben Aaronovitch. Ich schätze das zeitgenössische Setting (ohne Internet leben?! Näh!), in das er altertümliches und magisches recht modern implementiert hat. Das wäre gern mein Alltag – mehr als nur einen Tag.
Darf ich also upgraden?

 

Wie bist du zum Schreiben gekommen und was reizt dich daran besonders?

Ich wurde genötigt – ernsthaft! Freunde von mir haben zum Spaß geschrieben und irgendwann meinten sie, ich solle es mal probieren … weil ich so kreativ wäre mit dem Bilderkram (und reden kann wie ein Wasserfall). Angeblich wäre es das Gleiche (Funfakt: ist es nicht!). Ich habe mich zwei Jahre lang geweigert, doch dann wurde ich in einem schwachen Moment schamlos überrumpelt. Mir wurde ein Laptop geschenkt und unter Cocktaileinfluss sollte ich mir einen Plot überlegen. Tja, das war dann mein Debüt »Geborene des Lichts«.
Am meisten reizt mich mittlerweile am Schreiben, dass es keine Standbilder oder nur wenige Emotionen hervorruft, wie ein bildliches Werk (von Comics mal abgesehen). Ich spinne Handlungen und Welten! Und das Spannendste daran ist, sie mit Worten so zu beleben, dass andere (fast) das Gleiche sehen. Okay okay, vielleicht nicht unbedingt sehen, die Annahmen der Optik gehen schon weit auseinander, aber ich glaube du weißt, was ich meine.

 

Nun aber zu deinem Buch, wegen dem wir hier sind. Viele sind schon sehr gespannt drauf und dürften nun an deinen Lippen kleben!

Viele Leser waren ja entsetzt über das Ende von »Cyberempathy«. Du hast es ja bewusst offen gelassen, sodass der Leser seine eigene Fantasie benutzen konnte. Was hat dich nun dazu bewogen, doch noch ein Spin-Off zu schreiben?

Meine Verlegerin meinte damals, dass dieses Setting Unmengen an Schicksalen bergen würde. Damit hatte sie ganz klar recht.
Das Ende des Hauptromanes war von mir so gewählt, weil es sich zwar emotional schließen sollte, aber nicht handlungstechnisch. Der Leser sollte mit der Geschichte keineswegs abschließen, sondern sie in sich weitertragen und vielleicht seine eigene Wahrheit finden. Manche fanden das geradezu unerhört – es ist schon spannend gewesen, die allgemeinen »Schreibregeln« zu brechen und die Reaktionen zu beobachten.
Neben den Möglichkeiten des Settings sind es auch genau diese aufgeladenen Emotionen der Leser, welche mich bewogen haben, noch einmal Skyscrape zu betreten. Es bietet mir die Möglichkeit, nochmals in ihren Herzen und Hirnen herumzuwühlen – dem Leser unbequeme Fragen zu stellen und ihn dabei auch hoffentlich zu unterhalten.
Das SpinOff spielt zwar nach »Cyberempathy«, bietet allerdings keine direkte Fortsetzung. Man kann zwar erahnen, was passiert sein könnte, doch es obliegt weiterhin dem Leser.

 

Vieles in diesem Buch ist ja – wie man meist denkt – gar nicht erfunden, sondern ist realitätsgetreu. Wie und wodurch eignest du dir das ganze Wissen an?

Ja, das war auch schon im Hauptroman bei den angewandten Techniken so. Einige Fachleute arbeiten bereits punktuell damit – (noch) nicht so flächendeckend wie im Buch.
Im SpinOff füge ich zusätzlich derzeitige gesellschaftliche Handlungs- und Denkweisen ein. So direkt vorgeführt erscheinen sie beinahe grotesk – dennoch sind sie real.
Neben dem Lesen der erwähnten Fachbücher spreche ich vor allem mit involvierten Personen. Ich weiß, ich sehe mehr wie ein exzentrischer Punk aus – okay, das bin ich manchmal auch, aber eben nicht nur. Niemand erwartet von mir, dass ich naturwissenschaftlich gebildet wäre, oder eine fundierte Meinung hätte (das Vorurteil nervt manchmal ziemlich …)
Grundsätzlich bin ich neugierig, interessiert und herzlich (würde ich behaupten wollen). Dadurch lerne ich die unterschiedlichsten Menschen kennen. Dazu gehören auch Wissenschaftler/Forscher/Anwender aus Fachbereichen in Biologie, Physik, Chemie, Psychologie und Politik.
Das Wissen, welches diese Menschen bei einem gemütlichen Abendessen vermitteln, ist viel nahbarer, als die Formeln an einer Tafel – denn es geht um die Möglichkeiten, statt nur Theoreme. Es geht um das Leben, nicht um Reputationen. Sie wagen es über Dinge zu diskutieren, die man sonst geschickt umschiffen würde – und ich habe Dinge gelernt, die mich echt verblüfft haben!

 

Mit welchem deiner Charaktere kannst du dich am meisten identifizieren und warum?

 

Schwierige Frage. Ich entwickle mich ja auch weiter. Außerdem steckt in vielen Charakteren auch eine Facette von mir. Ich kann sie dir tatsächlich nicht beantworten, denn jeden Tag wäre die Antwort eine andere – sei es Rade, Kaja, Leon, Wolf, Babe, Elian, Najim, Zeemira oder Jal.

 

Wenn du in deinem Buch leben würdest – welche Modifizierung würdest du an dir vornehmen lassen?

Vor allem gesundheitliche, denke ich. Dem Alter ein Schnippchen schlagen. Allerdings würde ich mich sicher schwer mit Optimierungen tun. Ich betrachte meinen Körper nicht als austauschbares Werkzeug. Ich würde bei jeder Modifizierung wohl ewig überlegen, ob mir das entsprechen würde.
Es kann aber auch vielleicht sein, dass ich mich mit dem Ausdruck meines Selbst (Körper) kaum identifizieren kann, und ihn daher komplett umarbeiten würde. Da es angesichts dieser Möglichkeiten kein Problem darstellt, jederzeit wieder umzuschwenken, würde die Hemmschwelle mit der Zeit wohl sinken.
Also lange Rede, kurzer Sinn: Gesundheit- und jugenderhaltendes sowie realer Selbstausdruck – was auch immer das genau sein würde (hmmmh … vielleicht die Zähne …).

 

Welchen Ort würdest du in Skyscrape am liebsten selbst einmal aufsuchen und warum?

Ich wäre neugierig auf eine Klinik. Was alles geht und wo die Grenzen liegen könnten, wäre unheimlich spannend zu erfahren.

 

Wo würdest du dort dauerhaft leben wollen?

Oioi – ich würde Skyscrape vielleicht nicht als meinen Wohnort auserkoren. Wenn ich aber müsste, dann in der Zeit von »Cyberempathy« in der Unterstadt, in denen von »Emotiondancer« in den mittelständischen Ebenen – ich brauchs nicht superschick, aber etwas Komfort schätze ich.

 

Das Cybernet kennen wir ja nun bereits alle. Wie stehst du selbst dazu? Findest du es positiv oder eher negativ? Würdest du auch gern deine Erfahrungen damit machen?

Ich bin da zwiegespalten. Ich überlasse dem Leser seine eigenen Antwort, weil es kein rein positiv oder negativ gibt. Bei nichts, denke ich. Alles hat seine Kehrseiten. Die Technik des Cybernets selbst ist ja wertfrei, die Menschen nutzen es zu Zwecken, denen sie Bedeutung beimessen.
Ich wäre schon neugierig, so etwas zu erleben. Verschiedenste Lebenssituationen mit anderen zu fühlen und zu teilen, ist sicher einer atemberaubende Erfahrung.

 

Nun Hand aufs Herz – werden wir noch weitere Werke aus derselben Welt aus deiner Feder erwarten?

Meine Lektorin meinte zum Schluss, dass sie gefälligst noch ein Buch dazu will. Du scheinst das Gleiche zu suggerieren!
Ich habe es vorerst nicht geplant. Dennoch ….. muss ich zugeben, dass ich eine Idee hätte. Allerdings kann man das Thema aus »Emotiondancer« vermutlich nicht weiter steigern, also müsste ich einen anderen Ansatzpunkt finden. Interessanterweise habe ich bereits den Buchtitel notiert – aber hey, es hat drei Jahre gedauert, bevor ich mich zu diesem SpinOff entscheiden hatte. Die Zeit und Muse wird wohl zeigen, ob diese Erzählung sich formen kann.

 

So mein lieber Enrico, leider ist uns vom Sender nicht mehr Zeit gegeben. Ich hoffe, wir dürfen dich mal bald wieder sehen und/oder hören.
Vielen Dank, dass du dich meinen Fragen gestellt hast und bis zum nächsten Mal.

Jetzt mache ich erstmal Urlaub und werde laaaange das Tippen beiseite legen. Zwei Romane in einem Jahr neben meinem Job war schon hart gewesen. Auszeit!
Dann bis bald!

 
Dies könnt ihr gewinnen:

 

1. Preis 
Ein spotlackiertes Taschenbuch von “Emotiondancer”
mit Wunschsignierung

 

2.Preis
Ein E-Book von “Emotiondancer”
 
 
Was müsst ihr tun, um am Gewinnspiel teilzunehmen?
Beantwortet einfach täglich die Gewinnspielfrage unter den jeweiligen Beiträgen und schon seid ihr im Lostopf.
Ihr könnt euch jeden Tag ein Los sichern!
Wer nicht hier drunter kommentieren kann, der darf auch gerne eine Mail an den Autoren senden.
Mail: efv.hainwald@fantasymail.de
Betreff: Blogtour ,,Emotiondancer”

 

 
Gewinnspielfrage:
Welche Frage brennt euch noch unter den Nägeln?

 

Teilnahmebedingungen
* Teilnahme am Gewinnspiel ist ab 18 Jahren, oder mit Erlaubnis der Eltern gestattet
* Die Bewerber erklären sich im Gewinnfall dazu bereit, öffentlich genannt zu werden
* Ein Anspruch auf Barauszahlung des Gewinns besteht nicht
* Keine Haftung für den Postversand
* Versand der Gewinne erfolgt innerhalb Deutschland – Österreich – Schweiz
* Der Rechtsweg ist ausgeschlossen
* Bitte darauf achten, eine Mailadresse zu hinterlassen, oder sich im Gewinnfall innerhalb einer Woche zu melden, da sonst der Gewinn verfällt!
* Das Gewinnspiel läuft vom 24.10.2020 – 01.10.2020 um 23:59 Uhr
* Jeder Teilnehmer, der auf allen Blogs der Blogtour kommentiert (Frage beantwortet), bekommt für jeden Tag und jeden Blog jeweils 1 Los (bis zu 7 Lose, die Gewinnchance erhöht sich automatisch)
* Die Gewinnerbekanntgabe erfolgt am 01.11.2020 via Mail und/oder den sozialen Medien des Autoren.
 
Und hier noch einmal der gesamte Fahrplan:

Tourplan!

24.10.2020
BREAKING NEWS (Buchvorstellung)
Bei Bianca von Bibilotta
***
25.10.2020
DIE NEUE MODERNE (Skyscrape)
Bei Yvonne von Mein Regal voller Regenböden
***
26.10.2020
DIGITALE EMPATHIE (Das Cybernet)
Bei Teja von Gwynny’s Lesezauber
***
27.10.2020
VERGISS NICHT (Charaktervorstellung)
Bei Susanne von Magische Momente für mich
***
28.10.2020
EVOLUTIONSSPRUNG (Optimierungen)
Bei Floh von Pummelchens Lesezimmer
***
29.10.2020
SICHERHEITSBERICHT (Slider)
Bei Susanne von Bücher aus dem Feenbrunnen
***
30.10.2020
INTERVIEW (Autoreninterview)
hier bei mir
***
31.10.2020
Lostopf noch geöffnet
***
01.11.2020
Auslosung

 

7 Comments

  1. karin

    30. Oktober 2020 at 10:35

    Hallo und guten Tag Charleen
    Danke für das interessant geführte Interview mit dem Autoren E.F. v. Hainwald. Der doch ganz locker erzählt hat, wie sein Leben bis jetzt so verlaufen ist…fand ich schon spannend so.

    Deshalb hat meine Frage auch etwas mit der Zukunft des Autoren zutun..
    Wo sieht sich E.F. v. Hainwald sich denn in 10-15 Jahren bzw. welche Wünsche/Träume möchte er sich in seinem, weiteren Leben noch erfüllen oder erfüllt werden?

    LG…Karin…

    1. E.F. von Hainwald

      30. Oktober 2020 at 19:26

      Das ist eine ganz schön weite Vorausschau … hmmm … ich würde gern mehr die Welt bereisen und vielleicht in 15 Jahren woanders leben. Nächstes Jahr will ich umziehen, da sind 15 Jahre hier rum. Wer weiß, wohin es mich in weiteren 15 verschlägt. 😉

    2. Simone

      30. Oktober 2020 at 22:24

      Schönen guten Abend,
      Und danke für dieses interessante Interview😊

      Eine Frage die mir unter den Nägeln brennt… Hmmm…Am allermeisten würde mich ja interessieren, wie er die Schreibpause nutzen will? Also wird er wirklich den Stift lange an den Nagel hängen und quasi nix mit schreiben zu tun haben wollen, oder kanns auch sein, dass er einfach ganz zwanglos wieder anfängt, etwas zusammen zu finden?

      Lg
      Simone

      1. E.F. von Hainwald

        31. Oktober 2020 at 23:20

        Jep – ich werde nichts schreiben, denke ich. Meine Prioritäten liegen 2021 auf anderen Dingen. 🙂

  2. Sarah

    30. Oktober 2020 at 22:05

    Hallo
    Ein tolles Interview. 👍
    Meine Frage wäre : Welches Buch hat E.F.v.Hainwald so beeindruckt und begeistert, daß er wünschte er hätte es selbst geschrieben?
    Liebe Grüße

    1. Simone

      30. Oktober 2020 at 22:27

      Das ist ne verdammt gute und interessante Frage👍
      Lg

    2. E.F. von Hainwald

      31. Oktober 2020 at 23:28

      Hmmh… Mich haben zwar viele Romane schwer beeindruckt, aber geschrieben hätte ich die alle lieber nicht. Denn dann hätten sie mich nicht so überraschen können, oder? 😀

Hinterlasse ein Kommentar

Aus datenschutzrechtlichen Gründen muss ich darauf bestehen,

dass Ihr die Richtlinien akzeptiert bevor Ihr kommentiert.