Rezension

[Rezension] Michel Rodzynek – Die Kassemacher: Menschen und Schicksale in einer Großstadtklinik

Die Kassemacher: Menschen und Schicksale in einer Großstadtklinik | Michel Rodzynek | VERRAI-Verlag | 280 Seiten | erschienen am 03. Juni 2020 | 14,90 € Taschenbuch| | Amazon

 
Obgleich Personen und Handlungen frei erfunden sind, vermittelt dieser Roman einen durchaus realistischen Einblick in das Leben in einer Großstadtklinik. Seine Figuren sind typisch für die heutige Zeit, in der die menschliche Gesundheit zunehmend eine Frage des Geldes statt der Medizin geworden ist. Die wirtschaftlichen Vorgaben des Managements zwingen die Ärzte oftmals zu unnötigen Untersuchungen und Behandlungen, die primär „Kasse“ machen sollen. Der Patient wird dabei mehr und mehr Mittel zum Zweck. Das ist aber nur die halbe Wahrheit! Viele Ärzte und besonders auch Pflegekräfte setzen sich unermüdlich mit Leidenschaft und Engagement für die Heilung erkrankter Menschen ein. Sie sind die strahlenden Leuchttürme unseres Gesundheitswesens. Die heutige Medizin bewirkt viele Wunder. Aber häufig scheitert sie auch in der klinischen Praxis. Innovativen Technologien, Methoden und Präparaten stehen banale Hindernisse aufgrund einer überfrachteten Bürokratie mit vielen egoistischen Eitelkeiten und einer fehlenden Kommunikation gegenüber. Das ist keine Fiktion, sondern tägliche Realität.
 
Ich persönlich finde das Cover sehr verwirrend, weil es mich eher an einen Ratgeber als an einen Roman erinnert. Daher war ich mir zuerst auch unsicher, ob dieses Buch für mich passend ist. Der Schreibstil von Michel Rodzynek ist flüssig und leicht verständlich. Er schmeißt nicht die ganze Zeit mit Fachbegriffen um sich, so dass man auch als Laie zum Thema Medizin alles verstehen kann. Es haben sich auch immer wieder automatisch Bilder in meinem Kopf gebildet, so dass die Geschichte auch längere Zeit im Gedächtnis bleibt. Zu den Charakteren speziell möchte und kann ich gar nicht so viel schreiben. Es gibt hier eine Vielzahl, zu Beginn des Buches gibt es auch ein Personenregister, wo man gern mal nachschlagen kann. Es gibt verschiedene Handlungsstränge – so zum Beispiel einen als Patient, als Pflegekraft, als Arzt oder eben auch als Organhändler. Viele Facetten und Themen werden aufgegriffen, welche auch durchaus mal präsent in den Medien waren. Wir befinden uns hier hauptsächlich in einer Großstadtklinik in Hamburg. Mir hat das Buch mit der Handlung sehr gut gefallen, auch wenn letztendlich der Funke nicht ganz übergesprungen ist. Ich habe längere Lesezeit als üblich für die Seitenzahl benötigt. Das Buch hat mich gut unterhalten, mich nachdenken lassen und ich war interessiert. Aber ich konnte irgendwie – vielleicht durch die vielen Wechsel – keine richtige Bindung zu den Charakteren aufbauen. Dennoch kann ich das Buch auf jeden Fall bedenkenlos weiterempfehlen.
“Die Kassemacher: Menschen und Schicksale in einer Großstadtklinik” von Michel Rodzynek hat mich gut unterhalten. Der Schreibstil ist flüssig und leicht verständlich, es gibt viele beleuchtete Aspekte in der Medizin und ich war sehr interessiert. Schade, dass der Funke letztendlich einfach nicht übergesprungen ist und ich keine Bindung zu den Charakteren aufbauen konnte.

4/5 Sterne (Sehr gut)

   

Die Rezension zu “Die Kassemacher” von Michel Rodzynek und weitere Rezensionen findet Ihr auf meiner Rezensionsseite.

Hinterlasse ein Kommentar

Aus datenschutzrechtlichen Gründen muss ich darauf bestehen,

dass Ihr die Richtlinien akzeptiert bevor Ihr kommentiert.