Rezension

[Rezension] John Boyne – Mein Bruder heißt Jessica

Mein Bruder heißt Jessica | John Boyne | 256 Seiten | erschienen am 23. September 2020 Gebundenes Buch: 14,00 € | E-Book: 12,99 € | Amazon

 

 Klappentext
 
Als Einzelgänger hat Sam Mühe, Freunde zu finden, und seine vielbeschäftigten Eltern geben ihm oft das Gefühl, unsichtbar zu sein. Zum Glück war sein älterer Bruder Jason immer für ihn da. Der ist nett, beliebt, supergut im Fußball, und die Mädchen stehen Schlange für ein Date. Doch eines Tages teilt Jason seiner Familie mit, dass er schon seit langem mit einem Geheimnis kämpft. Ein Geheimnis, das bald alle auseinanderzureißen droht. Seine Eltern wollen nichts davon wissen, und Sam versteht es einfach nicht. Denn was machst du, wenn dein Bruder dir sagt, er ist überhaupt nicht dein Bruder? Dass er denkt, er ist eigentlich … deine Schwester? Das einfühlsame Panorama von Reaktionen auf das Outing einer Transperson – erzählt aus der Sicht des jüngeren Bruders

 

Meine Meinung

Das Cover finde ich sehr stimmig, ansprechend und passend für ein Jugendbuch und auch für das Thema.

Der Schreibstil ist ebenfalls passend für ein Jugendbuch – leicht verständlich, bildgewaltig und locker flockig. Die Seiten sind sehr schnell verflogen, weil er einfach so leicht zu lesen ist. Allerdings habe ich hier zuerst auch ein wenig gebraucht, um mich an ihn zu gewöhnen. Ich empfand ihn bis zum Schluss noch als ein wenig distanziert und kühl. Gerade bei der Thematik hätte ich da eher etwas anderes erwartet. 

Als Protagonisten haben wir hier den jungen Sam. Er ist der kleine Bruder von Jason, der seiner Familie eröffnet, dass er sich als ein Mädchen fühlt. Sam ist im Buch 12 Jahre alt und ich muss sagen, dass er mir manchmal von seiner Denk- und Handlungsweise viel jünger vorkam. In manchen Szenen war er aber hingegen auch sehr reif. Dies war für mich immer wieder ein Widerspruch, weshalb ich auch bis zum Schluss nicht richtig mit ihm warm wurde.

Allgemein gefällt mir, wie John Boyne das Thema Transgender umgesetzt hat. Dennoch gibt es großes Aber. Oftmals konnte ich das Handeln einiger Personen einfach nicht nachvollziehen. Zum Beispiel konnte ich nicht verstehen, wieso seine Eltern so gehandelt haben, wie sie es eben taten. Ich möchte hier natürlich nicht spoilern. Nach einigem Nachdenken und Aufregen bin ich dann zu dem Entschluss gekommen, dass der Autor eben nicht aus Deutschland stammt und die Handlungsweise in anderen Ländern durchaus realistisch sein kann. 
Großartige Überraschungen gab es leider nicht, die Handlung ist sehr vorhersehbar. Leider kamen bis zum Schluss keinerlei Emotionen bei mir an, weshalb ich das Buch auch schnell wieder vergessen werde. Ich denke, der Autor hat hier viel Potential, welches er aber nicht voll ausgeschöpft hat.

Fazit

Leider konnte mich John Boyne mit seinem Jugendbuch “Mein Bruder heißt Jessica” zum Thema Transgender nicht ganz überzeugen. Obwohl es bei Charakteren und Emotionen schon einige Schwächen gab, möchte ich das Buch Jugendlichen empfehlen, die das Thema interessiert.


3/5 Sterne (Gut!)

Vielen Dank an KJB / Fischer Verlage zur Bereitstellung eines Rezensionsexemplares. Dies hat meine Meinung in keiner Weise beeinträchtigt.

Die Rezension zu “Mein Bruder heißt Jessica” von John Boyne und weitere Jugendbücherfindet Ihr auf meiner Rezensionsseite. Schaut euch dort gern noch um, vielleicht könnt ihr ja auch das ein oder andere neue Buch entdecken.

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